Für Schulleitungen und Datenschutzbeauftragte

Sicherheit & Datenschutz-Architektur

Diese Seite beschreibt konkret und nachprüfbar, wie Korrevia mit Daten umgeht — als Grundlage für Ihre datenschutzrechtliche Bewertung. Stand: 19. Oktober 2026 (Pilotphase). Fragen beantworten wir direkt: kontakt@korrevia.de.

1. Das Grundprinzip: Schutz durch Architektur

Korrevia ist so gebaut, dass Klarnamen und Identitätsdaten von Schülerinnen und Schülern externe KI-Dienste nicht erreichen sollen — durchgesetzt durch eine technische Versand-Sperre (ohne Freigabe der Lehrkraft verlässt keine Seite den Server — weder einer Arbeit noch von Aufgabenblatt und Lösung) und durch die Prüfung der Schwärzung vor jeder Freigabe. Die verbleibenden Grenzen dieses Schutzes benennt Abschnitt 7 offen. Wichtig für Ihre Einordnung: Die übermittelten Inhalte (geschwärzte Scans und die daraus erkannten Antworttexte) sind pseudonymisiert im Sinne der DSGVO, nicht anonymisiert — sie bleiben personenbezogene Daten und werden entsprechend geschützt. Die Bausteine:

  • Lokale Namenserkennung: Eine quelloffene Texterkennung (PaddleOCR) läuft auf unserem eigenen Server in Deutschland — sie sendet nichts nach außen. Sie lokalisiert Schülernamen auf den hochgeladenen Arbeiten und schlägt Schwärzungen vor.
  • Freigabe-Pflicht: Die Lehrkraft prüft und bestätigt die Schwärzungen. Ohne diese Freigabe blockiert das System jeden externen Versand von Schülerarbeiten — die Versand-Sperre ist „fail-closed“: keine Freigabe, kein Versand. Das gilt auch für Seiten ohne erkannte Namen und bei einem Ausfall der lokalen Erkennung: Jede Seite braucht die ausdrückliche Freigabe der Lehrkraft, bevor eine Kopie den Server verlässt. Die Vollständigkeit der automatischen Erkennung ist davon zu unterscheiden und nicht garantiert (Abschnitt 7).
  • Sammelfreigabe beim Erfassen: Fotografiert die Lehrkraft einen Klassensatz im Browser oder lädt ein Klassen-PDF hoch, analysiert der eigene Server jede Seite (Ausrichtung, Text, Namensfunde). Auf „Prüfen & starten“ sieht sie je Arbeit den Namensausschnitt mit dem vorgeschlagenen Balken und die Kopfbereiche der Seiten, auf denen Namen stehen können, und gibt alle angezeigten Seiten gemeinsam frei. Jeder Namensfund wird ein Schwärzungsvorschlag, auch auf Folgeseiten. Die Freigabe ist an den angezeigten Stand gebunden und gesperrt, solange Schwärzungsvorschläge noch berechnet werden; Seiten, auf denen die Erkennung fehlgeschlagen ist, sperren die Sammelfreigabe, bis die Lehrkraft jede einzeln angesehen hat; bei mehr als 10 % solcher Seiten ist die Freigabe ganz gesperrt. Jede Sammelfreigabe wird ohne Namen protokolliert.
  • Bewertungsgrundlage lokal vorgeprüft und freigegeben: Aufgabenblatt und Lösung werden vor dem Einlesen auf dem eigenen Server auf Namen, vermutliche Handschrift (eine Schätzung aus der Lesesicherheit) und Unlesbares geprüft. Beim Erfassen muss die Lehrkraft solche Seiten ansehen, und Seiten mit Schwärzungsbalken gehen nur geschwärzt hinaus. Lädt sie Seiten direkt in „Aufgaben im Detail“ hoch, wird nichts gesendet, bevor sie die Seiten mit „Seiten freigeben und Struktur vorschlagen“ bzw. „Seiten freigeben und Lösung einlesen“ freigibt; Aufgabenblatt-Seiten mit vermutlicher Handschrift sieht sie vorher groß an, und Seiten mit gefundenem Namen oder unlesbare Seiten gehen dort nie hinaus. Wählt sie bei Handschrift „Ja, Handschrift ignorieren (empfohlen)“, geht das Bild trotzdem vollständig hinaus — Korrevia liest die Handschrift dann nur nicht ein. Bildmetadaten der Fotos (etwa Gerät oder Standort) entfernt Korrevia vor dem Versand.
  • Nur geschwärzte Kopien nach extern: Externe KI-Dienste erhalten von den Arbeiten ausschließlich die geschwärzte Kopie.
  • Klarnamen-Maskierung als zweite Schicht: Vor der Zuordnung der Antworten und im Bewertungslauf werden in allen Texten, die von der Schülerarbeit stammen, hinterlegte Klarnamen zusätzlich automatisch durch Pseudonyme (S-001, S-002 …) ersetzt — im erkannten Transkript ebenso wie in den daraus aufgebauten Struktur-Angaben (etwa den rekonstruierten Tabellenzeilen samt Zeilenvordruck); bei der Qualitätsprüfung der Texterkennung durch neutrale Platzhalter. Maßgeblich ist die Herkunft des Textes, nicht die Frage, ob die Erkennung ihn für Handschrift oder Vordruck hält.

2. Datenminimierung

  • Schülerinnen und Schüler benötigen kein Konto, keine E-Mail-Adresse, kein Passwort. Sie interagieren nicht mit Korrevia.
  • Eine Klassenliste ist optional. Korrevia funktioniert vollständig ohne; Pseudonyme (S-001 …) genügen.
  • Wird eine Klassenliste genutzt, werden die Namen verschlüsselt gespeichert (AES) und nur der Lehrkraft im eigenen Browser angezeigt. Dasselbe gilt für Namen, die Korrevia auf dem eigenen Server vom Namensfeld der Arbeit liest — sie bleiben Vorschläge, bis die Lehrkraft sie bestätigt.
  • Zwischenstände der Seitenanalyse werden nur verschlüsselt abgelegt und gelöscht, sobald die Arbeiten aufgebaut sind (beim Aufgabenblatt bleibt der auf die gedruckte Vorlage gekürzte Text verschlüsselt bis zum Löschen der Klassenarbeit); ein hochgeladenes PDF (auch über den Handy-Link) wird gelöscht, sobald seine Seiten als Bilder gespeichert sind; nie freigegebene Erfassungen werden nach 14 Tagen gelöscht. Beim Erfassen werden originale Dateinamen nicht gespeichert.
  • Die Punkteliste mit Namen wird beim Klick erzeugt und nicht gespeichert; jeder Abruf wird ohne Namen protokolliert. Ausnahme auf der Detailseite „Arbeit im Detail“: Ein Lehrkraftbericht mit „echten Namen“ wird als Datei gespeichert (derzeit im Datei-Speicher nicht eigens verschlüsselt; nur für die Lehrkraft, bis sie die Arbeit oder die Klassenarbeit löscht).
  • Es werden keine Leistungsprofile über Schuljahre hinweg gebildet; Daten gehören zum jeweiligen Projekt der Lehrkraft.

3. Hosting und Datenflüsse

BausteinWoWas dort liegt
Anwendungs-ServerHetzner Online GmbH, Falkenstein (Sachsen), ISO-27001-zertifiziertes RechenzentrumAnwendung, Datenbank (verschlüsselte Namen, Bewertungen), lokale Namenserkennung
Datei-SpeicherHetzner Object Storage, Falkenstein (Deutschland)Hochgeladene Scans und geschwärzte Kopien in einem privaten Bucket; Zugriff ausschließlich über Zugangsschlüssel der Anwendung, Übertragung durchgehend TLS-verschlüsselt
TexterkennungMicrosoft Azure (Document Intelligence), EU (Region West Europe, Niederlande)Geschwärzte Bilder der Arbeiten sowie Bilder von Aufgabenblatt und Lösung (vorher lokal auf Namen geprüft); laut Bedingungen des Anbieters keine Nutzung zum Modell-Training
Lesen, Zuordnen, Qualitätsprüfung, Bewertungsvorschläge, Einlesen der BewertungsgrundlageOpenAI (API), USAGeschwärzte Bild-Kopien der Arbeiten und der daraus erkannte Text (vor der Zuordnung und im Bewertungslauf pseudonymisiert, bei der Qualitätsprüfung mit Platzhaltern; Ausnahmen siehe Abschnitt 7); Bilder und Texte der Bewertungsgrundlage der Lehrkraft (vorher lokal auf Namen geprüft); auf Klick der Lehrkraft die Zusammenfassung für den Kalibrier-Bericht; laut Bedingungen des Anbieters keine Nutzung zum Modell-Training
KI-Assistent für BedienfragenMicrosoft Azure (AI Foundry), Ressource in einem EU-Mitgliedstaat, EU-Datenzone von Microsoft (EU-Mitgliedstaaten, ggf. auch EFTA-Staaten)Nur wenn freigeschaltet und von der Lehrkraft genutzt: ihre Frage (Namen aus den Namenslisten ihrer Klassenarbeiten herausgefiltert, soweit der Filter sie erkennt), feste Kennungen zu Bildschirm, letzten Schritten und Fehlermeldungen, Angaben zu Gerät und Browser und — nur auf Klick — ein Bildschirmfoto, in dem Namen, Noten und Schülerarbeiten vorher automatisch ausgeblendet sind (einzelne Angaben lassen sich nicht ganz ausschließen; nicht gespeichert); keine Klassenarbeiten; laut Bedingungen des Anbieters keine Nutzung zum Modell-Training.
System-E-MailsHetzner-Mailserver (Deutschland)Mails an Lehrkräfte: Konto-Mails (Passwort zurücksetzen und Bestätigung der Änderung) und Benachrichtigungen zur Vorkorrektur (fertig, Entscheidung nötig, Bewertungsgrundlage fehlt, Erinnerung vor dem Löschen erfasster Seiten, „Link an mich mailen“) — mit Anzahlen und einem Link, aber ohne Schülerdaten, ohne Titel der Klassenarbeit und ohne Anmelde-Token; dazu Betriebsmeldungen an die Verwaltung von Korrevia (Budget des KI-Assistenten, Hinweis auf neue Verbesserungsvorschläge, Hinweis bei einem Ausfall der automatischen Zuordnung beim KI-Anbieter) — ohne Schülerdaten; kein externer Versanddienstleister, kein Tracking in den Mails

Die Übermittlung an externe KI-Dienste ist auf die Korrektur-Vorbereitung beschränkt: Texterkennung und deren Qualitätsprüfung, Zuordnung der Antworten zu den Aufgaben (Seitenplan, Markierungen, Lese-Reihenfolge), Einlesen und Aufbereiten der Bewertungsgrundlage, Bewertungsvorschläge sowie — wenn die Lehrkraft es anstößt — der Kalibrier-Bericht und der KI-Assistent für Bedienfragen. Den Kalibrier-Bericht stößt die Lehrkraft selbst an; er berücksichtigt nur Kriterien mit mindestens drei Entscheidungen, sendet zusammengefasste Abweichungen zwischen Vorschlag und Entscheidung und die Begründungen der Lehrkraft (Namen aus der Namensliste und E-Mail-Adressen durch neutrale Platzhalter ersetzt; fehlt die Namensliste oder lässt sie sich nicht lesen, gehen diese Freitexte nicht mit) und enthält keine Datenbank-Kennungen (Kriterien als KRIT-1, KRIT-2 …). Verbindungen sind durchgehend TLS-verschlüsselt.

Drittlandübermittlung (Art. 44 ff. DSGVO): OpenAI verarbeitet die übermittelten Daten in den USA. Dafür braucht es eine Grundlage nach Art. 44 ff. DSGVO — die EU-Standardvertragsklauseln des Anbieter-Vertrags oder, bei einem zertifizierten Anbieter, den Angemessenheitsbeschluss zum EU-US Data Privacy Framework; welche gilt, tragen wir vor der Unterzeichnung in die Unterauftragsverarbeiter-Liste ein (derzeit als Entwurf, Abschnitt 6). Übermittelt werden geschwärzte Bilder, die daraus erkannten Texte (vor der Zuordnung und im Bewertungslauf pseudonymisiert, bei der Qualitätsprüfung mit Platzhaltern), die Bewertungsgrundlage der Lehrkraft und, auf deren Klick, die Zusammenfassung für den Kalibrier-Bericht; einzelne Anbieter speichern API-Eingaben zur Missbrauchskontrolle zeitlich begrenzt.

4. Kontrolle und Transparenz für die Lehrkraft

  • Externe KI-Schritte mit Schülerarbeiten beginnen nur nach einer ausdrücklichen Freigabe der Lehrkraft — einzeln oder für einen ganzen Klassensatz. Danach läuft die Vorkorrektur im Hintergrund weiter: mit sichtbarem Stand, jederzeit anhaltbar, und ohne je eine Entscheidung der Lehrkraft zu überschreiben.
  • Jeder Punktevorschlag ist begründet — mit Beleg aus der Schülerantwort oder einer konkreten Begründung; ohne beides schlägt Korrevia 0 Punkte vor und markiert die Zeile, eine unkonkrete Begründung markiert es ebenfalls zur Prüfung. Wirksam wird ein Vorschlag erst durch Entscheidung der Lehrkraft. Abschließen lässt sich eine Arbeit erst, wenn jede markierte Zeile einzeln entschieden ist und keine Prüfpunkte offen sind; die übrigen Vorschläge übernimmt die Lehrkraft beim Abschließen ausdrücklich — was übernommen wird, nennt die Liste unter dem Knopf bzw. bei noch nicht Angesehenem eine Rückfrage mit Vorschlägen und Belegen, und der Server übernimmt nur genau diese Liste —, und das Protokoll vermerkt diese Übernahme als Sammelentscheidung. Fehlt eine Entscheidung oder greift eine Sperre, bricht der Abschluss ab, ohne etwas zu übernehmen; eine geänderte, noch nicht begründete Punktzahl hält ihn an. Die Note nach dem Notenschlüssel der Lehrkraft schlägt Korrevia vor; eine abweichende Stufe legt sie mit Pflichtgrund fest. Gespeichert wird ein Abschluss-Nachweis ohne Inhalte (Weg, Zahl der angesehenen Seiten und Teilaufgaben, Sammelübernahmen; bei abweichender Note die Note nach dem Notenschlüssel). Kriterien-Tabelle und Lehrkraftbericht sind vor dem Abschluss als Entwurf gekennzeichnet, im Dokument und im Dateinamen; Punkteliste und Rückmeldungen enthalten nur abgeschlossene Arbeiten, und die Kriterien-Tabelle weist je Zeile KI-Vorschlag, Punkte der Lehrkraft und Stand aus.
  • Löschkontrolle: Klassenarbeiten, einzelne Arbeiten und Klassenlisten (auch einzelne Namen darin) löscht die Lehrkraft jederzeit vollständig — einschließlich der zugehörigen Dateien. Eine einzelne Arbeit nimmt sie in „Prüfen & starten“ mit „Arbeit entfernen“ heraus (sie geht dann an keine KI) oder löscht sie später mit „Arbeit löschen“; einzelne Namen entfernt sie in der gespeicherten Klassenliste. In den täglichen Sicherungen bleiben gelöschte Daten bis zu 17 Tage erhalten; fällt eine Sicherung aus, auch länger, bis die Störung behoben ist.
  • Kosten- und Nutzungsübersicht im Admin-Bereich: sichtbar, welche KI-Aufrufe stattgefunden haben.

5. Technischer Betrieb

  • Zugriff auf die Anwendung nur über HTTPS (Zertifikate: Let’s Encrypt, automatische Erneuerung).
  • Anmeldung nur mit persönlichem Konto; Lehrkräfte werden per Einladung angelegt (keine offene Registrierung).
  • Die Anmeldung nutzt ein einzelnes, signiertes Sitzungs-Cookie (httpOnly, Secure, SameSite=Lax; Laufzeit 7 Tage) — für JavaScript im Browser nicht auslesbar. Es ist für den Login technisch zwingend erforderlich (§ 25 Abs. 2 Nr. 2 TDDDG), daher braucht es weder Einwilligung noch Cookie-Banner. Tracking-, Analyse- oder Werbe-Cookies existieren nicht — weder auf dieser Website noch in der Anwendung.
  • Harte Größenbegrenzung am Reverse-Proxy (70 MB; große Klassen-PDFs bis 300 MB gehen in Stücken zu 8 MB); Ratenbegrenzungen auf Anmelde-, Upload-, Erfassungs- und KI-Endpunkten; präparierte Bilder (Fotos über 50 Megapixel, PDF-Seiten mit eingebetteten Bildern über 40 Megapixel) werden abgelehnt.
  • Anbieter-Sperre im Transport: Jeder Aufruf über die KI-Gateways wird geprüft, bevor Schlüssel oder Netz berührt werden. Gesperrt ist dort derzeit jedes Claude-Modell (Anthropic) — die vorbereitete Anbindung für Modellvergleiche mit eigenen Testdaten, die nicht in der Unterauftragsverarbeiter-Liste steht. Die Texterkennung über Microsoft Azure läuft nicht über diese Gateways; sie steht in der Liste.
  • Fotos beim Fotografieren im Browser liegen bis zum Hochladen im Gerätespeicher. Vorschaubilder hochgeladener Fotos löscht Korrevia beim nächsten Öffnen auf diesem Gerät, sobald der Klassensatz übernommen oder verworfen ist, spätestens nach 15 Tagen; beim Abmelden wird der Gerätespeicher sofort geleert.
  • Anwendung und lokale Texterkennung laufen in isolierten Containern ohne Root-Rechte; die lokale Texterkennung ist von außen nicht erreichbar.
  • Sicherheitsupdates des Basissystems werden regelmäßig eingespielt.

6. Verträge und Unterlagen

Für Schulen und Schulträger stellen wir auf Anfrage bereit (derzeit als Entwurf zur Prüfung; einzelne Angaben — etwa zu Anbietern und Fristen — ergänzen wir vor der Unterzeichnung):

  • Vertrag zur Auftragsverarbeitung (Art. 28 DSGVO)
  • Übersicht der technischen und organisatorischen Maßnahmen (TOMs)
  • Liste der Unterauftragsverarbeiter mit Verarbeitungszweck und Verarbeitungsort
  • Muster-Information für Eltern bzw. die Schulkonferenz
  • Zulieferung für die Datenschutz-Folgenabschätzung Ihrer Schule (Datenflüsse, Risiken, Schutzmaßnahmen)

In Vorbereitung: eine Bewertung zu Art. 22 DSGVO und menschlicher Aufsicht (Review- und Finalisierungsprozess, technische Sperren gegen automatische Übernahme), eine Erforderlichkeits- und Verhältnismäßigkeitsprüfung je Verarbeitungsschritt sowie eine dokumentierte Zuverlässigkeitsprüfung der eingesetzten KI-Unteranbieter nach dem Prüfkatalog der Datenschutzkonferenz (Beschluss vom 31.01.2023 zu Drittstaaten-Konzernen).

Anfrage formlos an kontakt@korrevia.de.

7. Ehrliche Grenzen (Stand der Pilotphase)

  • Die lokale Namenserkennung liest gedruckte Namen zuverlässig, sehr unleserliche Handschrift nicht immer — deshalb prüft die Lehrkraft die Schwärzung vor jeder Freigabe und kann von Hand nachschwärzen. Das geht auch nach der Freigabe: Korrevia erneuert die geschwärzte Kopie sofort; was vorher schon gesendet wurde, lässt sich nicht zurückholen. Die Freigabe-Pflicht ist genau dafür da. Bei der Sammelfreigabe eines Klassensatzes sieht sie die Stellen, an denen Namen stehen können, nicht jede Seite vollständig; das stimmen wir vor dem Echtbetrieb mit den Datenschutzbeauftragten der Pilotschulen ab.
  • Ein Name, der mitten im Antworttext steht (z. B. „wie Lisa in Aufgabe 2 sagte“), wird von der Roster-Maskierung nur erfasst, wenn er in der Klassenliste steht. Dann wird er auch als Vor- oder Nachname allein und mit Genitiv-s („Lisas“) ersetzt. Nicht erfasst werden abweichende Schreibweisen und Spitznamen, Namensteile unter drei Buchstaben, Namen mit drei Buchstaben, die zugleich ein häufiges Wort oder eine Abkürzung sind (etwa „Max“, „Mai“, „Jan“ oder „Nur“), wenn sie ohne den übrigen Namen stehen, klein geschriebene Namensteile, die zugleich ein gewöhnliches Wort sind (etwa „klein“ bei Familie Klein), und englische Wörter wie „Can“ oder „Will“ vor einem englischen Pronomen oder „the“ („Can you …“, „Can the …“).
  • Erwartungshorizont, Materialtext und der Bewertungsmaßstab (Antwortschlüssel bzw. Erwartungsraum) durchlaufen im Bewertungslauf ebenfalls die rosterbasierte Namens-Maskierung, dort für volle Namen und Namensteile ab vier Buchstaben, damit Wörter des Aufgabentexts wie „Mai“ oder „Can“ erhalten bleiben. Die übrige Bewertungsgrundlage der Lehrkraft (Aufgabenstellung, Musterlösung, Kriterien) wird unmaskiert übermittelt — sie stammt von der Lehrkraft und soll keine Schülernamen enthalten.
  • Die zweite Schicht greift bei der Zuordnung der Antworten zu den Aufgaben, bei der Qualitätsprüfung der Texterkennung (Namen im Zeilentext durch neutrale Platzhalter ersetzt; ohne Namensliste findet sie nicht statt) und im Bewertungslauf. Lässt sich die Namensliste nicht lesen, startet keine externe Texterkennung. Zwei Schritte übermitteln den erkannten Text ohne diese zweite Schicht: die Handschrift-Lesung jeder Seite (der Entwurf der Texterkennung geht als Lesehilfe mit; Maskierung vorbereitet, Freigabe nach Messung der Lesequalität) und das Einlesen der Bewertungsgrundlage (Strukturierung und Materialzuordnung des eigenen Materials der Lehrkraft; sie bleiben bewusst unmaskiert, weil Ersetzungen im Material die bestätigte Grundlage verfälschen würden). Beide arbeiten auf bereits geschwärzten Bildern bzw. auf der Vorlage; der Text gibt nur wieder, was auf diesem Bild steht, und die Bilder der Bewertungsgrundlage werden vorher lokal geprüft und freigegeben.
  • Der Schlüssel für die Namen liegt auf demselben Server wie die Daten; die Verschlüsselung schützt vor Zugriff auf Speicher und Sicherungen, nicht gegen einen Angreifer mit vollem Zugriff auf den laufenden Server.
  • Korrevia befindet sich im Pilotbetrieb. Eigene Zertifizierungen (z. B. ISO 27001 des Unternehmens) bestehen noch nicht — wir nennen deshalb nur die Zertifizierung des Rechenzentrums und legen stattdessen die Architektur offen.
  • Feste Fristen gibt es für Erfassungs-Zwischenstände (nie freigegebene Erfassungen nach 14 Tagen, siehe Abschnitt 2), für Sicherungen (in den täglichen Sicherungen bleiben gelöschte Daten bis zu 17 Tage erhalten; fällt eine Sicherung aus, auch länger, bis die Störung behoben ist), für den KI-Assistenten (Fragen und Antworten 90 Tage, Notizen 12 Monate; Screenshots werden nicht gespeichert) und für Protokolle: Protokolleinträge gelöschter Klassenarbeiten (ohne Namen oder Inhalte) werden nach 12 Monaten gelöscht; die monatlichen KI-Kostensummen bleiben ohne Titel und ohne Bezug zu einzelnen Arbeiten erhalten. Eine automatische Löschung abgeschlossener Klassenarbeiten (etwa zum Schuljahresende) wird für den Regelbetrieb festgelegt; bis dahin gilt: Löschung auf Veranlassung der Lehrkraft wirkt in der Anwendung sofort und vollständig, einschließlich der zugehörigen Dateien.

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